Die Tomate ist der Gemüseklassiker auf dem Balkon. Doch wie wächst die Tomate am besten und was fördert eine reiche Ernte? Unsere 10 Tomatenpflegetipps helfen dir dabei.

Ob im Topf auf der Fensterbank oder im Kübel auf dem Balkon: Tomaten aus dem eigenen Anbau schmecken direkt doppelt gut. Damit du bis in den Herbst hinein deine Ernte genießen kannst, machen unsere 10 Tipps aus dir einen echten Tomatenprofi.

Tipp Nr. 1: Die Wahl einer geeigneten Sorte

Je nachdem wo du deine Tomate pflanzen möchtest und wie viel Platz dir zur Verfügung steht, eignen sich unterschiedliche Sorten. Wenn du nur wenig Platz hast oder deine Tomate in der Wohnung wachsen soll, solltest du auf kleinwüchsige Buschtomaten zurückgreifen. Sie wachsen eher in die Breite und nicht so sehr in die Höhe. Ist auf deinem Balkon Platz für einen größeren Kübel oder sogar ein Hochbeet, kannst du Stabtomaten wählen. Sie wachsen, wie der Name sagt, an einem Stab bzw. einer Rankhilfe in die Höhe und können bei einigen Sorten ganze zwei Meter hoch werden.

Tipp: Da die Unterschiede zwischen den verschiedenen Tomatensorten sehr groß sind, solltest du beim Kauf von Saatgut oder Jungpflanzen genau auf die Sorte und die damit verbundene Wuchshöhe achten.

Tipp Nr. 2: Bei der Aussaat pikieren

Wenn du deine Tomaten selbst aussäst und keine Jungpflanze kaufen möchtest, ist das Pikieren sehr wichtig. Was bedeutet Pikieren? Bei der Aussaat werden oft mehrere Samen in einer Anzuchtschale ausgesät. Nach einigen Tagen keimt die Saat, das Wachstum und somit der Konkurrenzkampf unter den einzelnen Pflänzchen beginnt. Die erste Wachstumsphase kostet die Pflanzen viel Kraft und sie konkurrieren um Licht und Wasser. Beim Pikieren wählst du, nachdem sich das erste Blattpaar gebildet hat, die kräftigsten Pflanzen aus und setzt sie in einen eigenen Topf.

Setzlinge, die bereits ein Blattpaar gebildet haben, werden in einen eigenen Topf gesetzt

Tipp: Mit einem Löffelstiel bekommst du das Pflänzchen am besten aus der Erde, ohne die feinen Wurzeln zu verletzen. Nachdem du das Pflänzchen aus der Erde geholt hast, setze es zügig in den neuen Topf, damit es nicht austrocknet.

Tipp Nr. 3: Der beste Zeitpunkt für den Umzug

Als Zeitpunkt für den Umzug auf den Balkon wird oft von den Eisheiligen gesprochen. Die Eisheiligen sind jedes Jahr Mitte Mai und bezeichnen den Zeitpunkt, ab dem es nachts keinen Frost mehr geben wird. Denn oft trügt der Schein und wir wollen bereits mit den ersten Sonnenstrahlen in die Balkonsaison starten. Doch deine mühsam vorgezogenen Pflänzchen vertragen die kalten Nächte nicht und sollten daher im April lieber noch auf der warmen Fensterbank bleiben.

Abgesehen von der richtigen Temperatur sollte deine Tomatenpflanze etwa 15-30 cm groß sein (kleine Sorten natürlich entsprechend kleiner) und es sollte sich bereits die erste Blütendolde entwickelt haben. Ein guter Standort für deine Tomatenpflanze ist eine sonnige Ecke auf deinem Balkon, gern direkt an der warmen Hauswand. Mehr über den besten Standort für deine Tomaten erfährst du in diesem Steckbrief:

Tom Tomate

Steckbrief

Tipp Nr. 4: Die Wahl des passenden Topfes

Die Größe des Topfes ist für das gesunde Wachstum deiner Tomatenpflanze sehr wichtig: Ist der Topf zu eng bemessen, kann deine Tomate nicht genügend Wurzeln bilden. Ist der Topf zu groß, bilden sich nur sehr feine Wurzeln und die enorme Menge an feuchter Erde kann im schlimmsten Fall zu Wurzelfäulnis führen. Die richtige Topfgröße kannst du an der Wuchshöhe deiner Tomatensorte ausmachen:

Für große Stabtomaten sollte der Topf mindestens 15-20 Liter fassen und möglichst schwer sein, damit er aufgrund der großen Pflanze nicht umfällt. Bei allen Töpfen sollten Löcher für einen guten Wasserabfluss vorhanden sein, damit sich keine Staunässe bildet.

Tipp: Wenn du den Topf bereits vorher für andere Pflanzen verwendet hast, spüle ihn gut aus, um Sporen von Vorgängerpflanzen zu vermeiden und Keime zu entfernen.

Zusätzlich zum richtigen Topf solltest du deine Tomaten mit einer Rankhilfe stützen. Sie vermeidet, dass die Pflanze durch das Gewicht der heranwachsenden Früchte umknickt. Als Rankhilfe kannst du Stäbe aus Kunststoff, Holz oder Bambus verwenden oder kleine Gitter und Spaliere. Auch bereits verwendete Rankhilfen solltest du vor dem Verwenden gründlich reinigen.

Die Rankhilfe wird zwischen den Ästen in den Topf gesetzt und die Pflanze daran fixiert

Tipp Nr. 5: Die Blüten bestäuben

Damit sich an deiner Tomatenpflanze Früchte bilden, müssen die Blüten bestäubt werden. Die Tomate gehört zu den Selbstbefruchtern. Das bedeutet, dass die Pollen einer Pflanze die Blüten derselben Pflanze bestäuben können. Du benötigst somit nicht zwingend mehrere Tomatenpflanzen. Die Bestäubung passiert hauptsächlich durch Hummeln und Wildbienen. Insekten lockst du mit den richtigen Blüten auf deinem Balkon an. Hier erfährst du, wie dein Balkon zum Insektenparadies wird.

Die Bestäubung der Blüten ist für das Pflanzenwachstum essentiell

Wenn deine Tomate in der Küche steht oder du nicht genug Besuch von Insekten bekommst, kannst du auch selbst nachhelfen: Entweder rüttelst du ein wenig an der Tomatenpflanze oder du nutzt einen Pinsel, um die Pollen auf die Blüten zu bringen. Wiederhole dies am besten alle zwei bis drei Tage bis sich alle Blüten geöffnet haben.

Tipp Nr. 6: Ausreichend Gießen

Deine Tomaten sollten kontinuierlich mit Wasser versorgt werden. Wird die Tomate zu wenig gegossen, rollen sich die Blätter ein. Gießt du nach einem sehr heißen Tag zu viel, könnten die Früchte platzen. Beobachte daher, ob die Erde rund um die Tomate gut befeuchtet ist und gieße stets unten am Fuß der Pflanze – nicht auf die Blätter. Am besten gießt du deine Pflanzen morgens oder am frühen Abend, nicht in der Mittagshitze. Zudem ist es besser, regelmäßig mit wenig Wasser zu gießen, als selten mit viel Wasser.

Immer schön gießen!

Tipp Nr. 7: Die Nährstoffversorgung sicherstellen

Tomaten gehören zu den Starkzehrern und benötigen besonders viele Nährstoffe. Nährstoffmangel erkennst du bei Tomaten an den Blättern: Sind sie gelb gefärbt und nur das Blattgewebe an der Hauptader ist grün, deutet das auf einen Mangel hin. Dünge deine Tomatenpflanze am besten einmal pro Woche mit einem Flüssigdünger, den du direkt ins Gießwasser gibst. Ein spezieller Gemüsedünger in Bio-Qualität ist am besten geeignet:

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Wenn du mehrere Pflanzen gemeinsam in einen Kübel oder ein Hochbeet pflanzen möchtest, spielt die Nährstoffversorgung unter den Pflanzen eine wichtige Rolle. Mehrere Starkzehrer in einem Beet vertragen sich nicht gut, da sie sich gegenseitig die Nährstoffe wegnehmen. Pflanze Starkzehrer daher mit Schwach- oder Mittelzehrern zusammen. Gute Nachbarn im Beet findest du hier noch einmal genauer beschrieben.

Tipp Nr. 8: Die Tomaten ausgeizen

Damit deine Pflanze ihre Kraft in die Bildung der Früchte steckt und nicht zu viele Triebe bildet, solltest du die Pflanze regelmäßig beschneiden. Dieser Vorgang nennt sich Ausgeizen, da die kleinen Triebe in den Blattachseln Geiztriebe genannt werden. Wichtig ist, dass du nicht die Triebe mit den Blüten entfernst, denn dort bilden sich die Früchte! Sind die Triebe noch weich und jung, kannst du sie mit den Fingernägeln entfernen, ältere Triebe schneidest du mit einem scharfen, sauberen Messer ab.

Tipp: Im Spätsommer (ab August) kannst du zusätzlich die Spitzen der Pflanze stutzen und blühende Seitentriebe entfernen – so können die bereits vorhandenen Früchte noch fertig reifen, bevor es zu kalt wird.

Tipp Nr. 9: Krankheiten frühzeitig vorbeugen

Tomaten haben vor allem in feuchten Sommern häufig mit der sogenannten Kraut- und Braunfäule (Phytophtora) zu kämpfen. Der Pilz entsteht häufig durch feuchte Blätter. Schütze deine Pflanze daher vor Regen und gieße immer nur die Erde. Zusätzlich kannst du die unteren Blätter deiner Pflanze entfernen, damit sie nicht auf der feuchten Erde liegen.

Überprüfe deine Pflanze regelmäßig auf Schädlinge oder Krankheiten

Sollte deine Pflanze befallen sein heißt es: schnell sein! Zu Beginn bilden sich graugrüne, später braune Flecken auf den Blättern und anschließend sogar auf den Früchten. Sie breiten sich zügig aus, daher ist es ratsam früh alle befallenen Blätter und Äste zu entfernen. Ist die Infektion bereits zu stark, solltest du ein entsprechendes Pflanzenschutzmittel verwenden.

Tipp Nr. 10: Der richtige Erntezeitpunkt

Deine Tomaten sind reif, wenn die Schale ihre leuchtend rote Farbe erreicht hat. Bei gelben oder orangenen Sorten ist der Reifegrad schwer an der Farbe zu erkennen. Wenn die Früchte bei vorsichtigem Drücken leicht nachgeben und sich einfach vom Stil lösen lassen, sind sie auf jeden Fall reif. Mehr über die Gemüseernte erfährst du hier.

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